Taten statt Briefchen! (Editorial aus BlachReport 14-2020)

7.7.2020

Vielen Dank für die vielen Reaktionen aus dem In- und Ausland auf das Editorial „Starke Stimme gesucht“ in der letzten Ausgabe des BlachReport. Allerdings: Bestätigung tut zwar gut, hilft in der Sache aber nicht weiter. Ebenso wie „Night of Light“-Initiator Tom Koperek, der jetzt unter dem Titel „Alarmstufe Rot“ weitere Aktivitäten plant, um auf die beginnende Pleitewelle in der Eventbranche aufmerksam zu machen, möchten auch wir nicht von unserer Forderung nach Gründung eines Dachverbands der Veranstaltungswirtschaft abrücken, der die Interessen dieser Branche in Politik, Gremien und der Öffentlichkeit zielführend vertritt.

Die mehr als zwanzig Verbände der Veranstaltungsbranche waren in den letzten Wochen wirklich nicht untätig – dieser Vorwurf soll nicht entstehen. Sie waren aber bisher leider nicht erfolgreich. Das gilt um so mehr unter Berücksichtigung der veröffentlichten Metastudie vom R.I.F.L.E. Research Institute for Exhibition and Live-Communication über die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltungsbranche, deren Erstellung von gleich elf Verbänden getragen wurde. Demnach stellt der Veranstaltungsbereich in Deutschland die sechstgrößte Wirtschaftsbranche mit rund 1,5 Millionen Beschäftigten und Umsätzen von knapp 130 Milliarden Euro dar.

Und jetzt? Wie geht es weiter? Sollen noch mehr Briefe an die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern gesendet werden? Irgendwann sollte doch mal die Erkenntnis reifen, dass das nicht reicht. Jetzt sind Taten gefordert. Dem EVVC – Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren – ist das bereits klar und das wurde auch auf der Mitgliederversammlung vor wenigen Tagen in Berlin thematisiert. Aber auch, dass das in den anderen Verbänden wohl anders beurteilt wird. EVVC Präsidentin Ilona Jarabek hat nämlich darauf hingewiesen, dass die bisherigen Versuche des EVVC, die unterschiedlichen Verbandsvertreter der Branche an einen Tisch zu bringen, um gemeinsame Forderungen an die Politik zu formulieren, ergebnislos verpufften. „Es ist höchste Zeit, mit dem Kirchturmdenken aufzuhören“, appelliert sie an die Adresse ihrer Kollegen in den anderen Verbänden. „Wir haben jetzt die Chance, im Schulterschluss mit allen an der Veranstaltungswirtschaft Beteiligten die Vielfalt und die Bedeutung der Branche zu zeigen und mit der Politik Lösungen für die angeschlagene Branche zu erarbeiten.“

Das ist sehr zu begrüßen. Und der Einwand von anderer Stelle, dass die Verbände zunächst ihre Hausaufgaben machen müssen, weil ein Dach auf schwachen Säulen nicht trägt, kann man entgegenhalten, dass ein undichtes Dach auch auf starken Säulen nichts bringt. Wollen die Verbände ihre Mitglieder wirklich weiter im Regen stehen lassen? Das kann ich mir nicht vorstellen.

Herzlichst

Ihr Peter Blach

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