Krise sucht starke Stimme!

22.6.2020

Tom Koperek von LK ist es mit einer – eigentlich simplen – Idee gelungen, die Eventbranche spartenübergreifend für das Projekt „Night of Light“ zu aktivieren. Dafür großen Respekt. Kreativität und Engagement zahlen sich eben doch aus.

Weniger erfreulich ist die Erkenntnis, dass es sich dabei um die Initiative eines Einzelnen handelt. Hätte nicht einfach die Branche selbst, vielleicht vertreten durch die vielen Verbände, gemeinsam aktiv werden sollen? Viele der Branchenverbände waren ja in den letzten Wochen sehr rege.

Insbesondere der Famab mit dem unermüdlichen Jan Kalbfleisch an der Spitze hat vieles initiiert – darunter die wertvollen Veröffentlichungen vom R.I.F.L.E., dem Research Institute for Exhibition and Live-Communication. Die gerade veröffentlichte Metastudie über die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltungsbranche dürfte Maßstäbe gesetzt haben. Die Veranstaltungsbranche ist demnach in Deutschland die sechstgrößte Wirtschaftsbranche. Hier sind etwa 1,5 Millionen Mitarbeiter beschäftigt und es werden knapp 130 Milliarden Euro direkt umgesetzt.

Inhaltlich getragen wurde die Metastudie von gleich elf Verbänden. Entstanden ist diese – auch für die Zukunft – maßgebliche Untersuchung unter Begleitung der International School of Management und der Technischen Universität Chemnitz innerhalb kürzester Zeit. Nochmals großen Respekt.

Kritisch hinterfragen muss man jetzt, warum das nicht schon vorher möglich war und die – laut Studie – sechstgrößte Wirtschaftsbranche es bisher nicht geschafft hat, mit einer starken Stimme zu kommunizieren. Diese Vielfalt der Wortmeldungen aus den einzelnen Verbänden hat doch bisher eigentlich nicht zu einem messbaren Ziel geführt. Weder gibt es eine ernsthafte finanzielle Unterstützung für eine Branche, die quasi mit einem Berufsausführungsverbot belegt wurde, noch echte Perspektiven für die nächsten sechs Monate, wie und wann sich das ändern könnte.

Viele Stimmen verderben offenbar das Ergebnis und führen möglicherweise sogar zu Verwirrungen. Das muss sich meiner Meinung nach ändern – und zwar sofort. Daher fordere ich alle Branchenverbände auf, sich umgehend mit der Gründung eines Gesamtverbandes der Veranstaltungswirtschaft in Deutschland zu beschäftigen. Wir brauchen jetzt eine starke Stimme.

Herzlichst

Ihr Peter Blach

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