Neustart?

14.5.2020

Noch sind es eher zarte Pflänzchen, die vielerorts aus dem Boden sprießen und Hoffnung machen, dass der Lockdown auch in der Veranstaltungsbranche endlich ist. Dennoch sind sie erkennbar und machen Mut für den Neustart – wenn er denn tatsächlich kommt. Beispielsweise meldete der Famab am 7. Mai: „Künftig entscheiden die Länder anhand von Hygiene- und Abstandsregeln über die Durchführung von Messen und Businessveranstaltungen. Gleichzeitig werden Messen nicht mehr als Teil der Kategorie ‚Großveranstaltungen‘ betrachtet. Das ist das Ergebnis der Vereinbarungen von Bundesregierung und Bundesländern am 6. Mai 2020.“ Das RheinMain CongressCenter (RMCC) in Wiesbaden hat das sofort aufgegriffen: „Im RMCC können Veranstaltungen bis 100 Teilnehmer laut aktueller hessischer Verordnungslage seit Samstag, 9. Mai, wieder stattfinden.“

Auf der anderen Seite wurde gerade die IAA Nutzfahrzeuge in Hannover abgesagt und für September 2022 neu angesetzt. Die Messe sollte ursprünglich vom 24. bis 30. September 2020 stattfinden. Beteiligte wie die Messe Hannover und Zulieferer hatten doch noch eine Rest-Hoffnung, dass diese Veranstaltung stattfinden könnte.

Es geht also zögerlich voran, wenn auch die Richtung stimmt. Auf dem Weg zurück in die Normalität wird es aber noch etliche Stolpersteine geben. Man denke dabei nur an die fragilen wirtschaftlichen Strukturen in der Veranstaltungsbranche, wenn auf der einen Seite bei Buchungen Teilbeträge als Vorkasse fällig werden, die auf der anderen Seite – also bei den Buchern – wahrscheinlich gerade nicht vorhanden sind. Oder eine Vorkasse geleistet werden kann, aber dem Empfänger dann irgendwann wirtschaftlich die Luft ausgeht und die Beträge dann ein Bestandteil juristischer Auseinandersetzungen im Insolvenzfall sind.

Wirklich ärgerlich ist derzeit die Entwicklung mit Massenprotesten im öffentlichen Raum ohne Einhaltung von Hygiene-Vorschriften wie zuletzt in Berlin auf dem Alexanderplatz oder in München auf dem Marienplatz. Natürlich ist das gelebte Demokratie und ein wesentlicher Teil unserer Meinungsfreiheit, die geschützt und vertreten werden muss. Dieses Recht darf auch nicht beeinträchtigt werden. Vielleicht ist es auch albern, mit Mundschutz zur Demo zu gehen.

Weniger gut daran ist – und das ist explizit meine persönliche Meinung –, wenn dabei andere Personen quasi in „Geiselhaft“ genommen werden. Alte, Schwache, Kinder, Vorerkrankte werden möglicherweise ernsthaft geschädigt, weil sie mit Covid-19 angesteckt werden. Nicht auf dem Alexanderplatz oder im öffentlichen Raum, sondern in ihrem vermeintlich sicheren Zuhause über die Ansteckung in der Familie. Mir fällt es schwer, diese Art von Kollateralschaden zu akzeptieren. Und das gilt auch für einen weiteren Lockdown, der durch unbesonnenes Handeln ausgelöst werden könnte.

Herzlichst

Ihr Peter Blach

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