Begrifflichkeiten?

28.4.2020

Corona und kein Ende. Mittlerweile haben sich viele in der Krise eingewohnt. Wegducken, flach atmen, ruhig bleiben lauten die Rezepte. Auf der anderen Seite wird diese gesamte Branche offenbar gerade zum schwarzen Loch der Politik. So scheint es zumindest. Einerseits wird diese Branche nicht wahrgenommen, andererseits werden aus dieser Nicht-Wahrnehmung auch noch falsche Schlüsse gezogen. Beginnen wir mit letzterem. Was soll eine Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent bewirken für Unternehmen, die sich mit Eventcatering beschäftigen? Die meisten haben ohnehin keine bis kaum Privatkunden. Wenn Privatkunden in der Vergangenheit bedient wurden, fällt das jetzt auch noch weg, weil es ja außer Feiern in der eigenen Familie mit im gleichen Haushalt lebenden Personen nichts gibt, was ein Caterer bedienen könnte. Wo also ist der Nutzen?

Ersteres ist aber viel gravierender. Veranstaltungen und Zusammenkünfte mit mehr als 1.000 oder 2.000 Personen (je nach Bundesland) bleiben verboten mit dem Hinweis auf Festivals, Sportveranstaltungen oder Zeltfeste á la Oktoberfest. Das ist tragisch für alle Unternehmen, die damit ihr Geld verdienen – keine Frage. Aber was hat das mit Konferenzen, Meetings, Tagungen et cetera zu tun, deren Teilnehmerzahl mehrheitlich deutlich geringer ist? Warum darf man einkaufen, aber nicht einem Vortrag folgen? Dazu kommt, dass eine Vereinzelung der Teilnehmer derartiger Business-Veranstaltungen unter Beachtung der Mindestabstände ebenso problemlos möglich wäre wie die Schaffung passender Einlass- oder Ausgangssituationen? Über weitere Voraussetzungen wie geeignete sanitäre Anlagen, Teilnehmermanagement oder die Möglichkeiten zum Tragen eines Mundschutzes müsste man nicht sprechen, das wäre gegeben.

Die Staatskanzlei in Hannover, dazu befragt, wusste erst keine Antwort und verwies danach auf das Versammlungsverbot. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die Begrifflichkeiten und Inhalte von Business-Veranstaltungen weder kennen noch verstehen. Sonst müssten sie anders urteilen und entscheiden. Da entsteht dann natürlich schnell die Frage nach dem Sinn und Unsinn von Branchenvertretungen. Warum können sie diese Begrifflichkeiten und Definitionen eigentlich nicht vermitteln?

Willkommen im schwarzen Loch

Ihr Peter Blach

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