Kommunikation von Zukunftsthemen bei Flad & Flad

3.9.2019

Simone Schiebold (Foto: Flad & Flad)

 

Fragen an Simone Schiebold, geschäftsführende Gesellschafterin der Kommunikationsagentur Flad & Flad, die sich auf die Kommunikation von Zukunftsthemen konzentriert.

BlachReport: Wie kann es – auch unter Einbeziehung digitaler Tools – gelingen, gesellschaftlich relevante Inhalte auf einfache und nachvollziehbare Weise erleb- und verstehbar zu machen?

Simone Schiebold: Entscheidend ist wohl, typische Vorbehalte und Ängste ab- und Akzeptanz aufzubauen. Das ist für uns wesentlich und darauf konzentrieren wir uns seit vielen Jahren. Gerade die Vermittlung komplexer Zukunftsthemen kann nur mit einer sehr sensiblen Vorgehensweise bei der Aufbereitung der Informationen erfolgen.

BlachReport: Was verstehen sie unter komplexen Zukunftsthemen?

Simone Schiebold: Für uns sind das die Themen ‚Erneuerbare Energien‘, ‚Mobilitätswandel‘, ‚Ökologische Nachhaltigkeit‘, ‚Gesundes Leben‘ und ‚Nanotechnologie‘. Die Kommunikation in diesen Segmenten kann nur durch den Aufbau einer qualifizierten Informationsbasis erfolgen, und dafür sind digitale Tools sehr wichtig. Wir nutzen sie beispielsweise für die Schaffung immersiver Erlebnisse.

Ich möchte aber zunächst noch einen Schritt zurückgehen und verdeutlichen, was für mich ‚Informationsbasis‘ bedeutet und wo sie herkommt. Wir setzen dafür seit vielen Jahren auf ein Inhouse-Team, das aus Wissenschaftlern, Ingenieuren und Bildungsexperten besteht. Wir haben das Know-how, um uns mit Schlüsseltechnologien auszukennen und damit die Anforderungen verschiedener Branchen, Märkte und Zielgruppen zu verstehen. Aus dieser Basis heraus entwickeln dann unsere Marketing- und Kommunikationsspezialisten crossmediale Kampagnen mit Erlebnisqualität und Nachhaltigkeit. 

BlachReport: Was sind für Sie digitale Tools?

Simone Schiebold: Zunächst einmal nichts anderes als passende Instrumente im Medienmix. Welche das sind, ist mir eigentlich nicht wichtig. Das gilt sogar generell. Analog und digital sollen bestenfalls im Zusammenspiel funktionieren. Die Frage muss also nicht sein, mit welchen digitalen Tools etwas möglich ist, sondern welches Tool die optimale Lösung bietet – und das kann dann gern auch analog sein. Wir möchten also Digitalisierung nicht als Selbstzweck einsetzen oder weil es gerade modern ist, sondern didaktisch für ein Angebot qualitativer Informationen nutzen. Oder anders: Wenn wir für eine Botschaft eine interaktive Lösung implementieren, dann muss das in diesem Fall einfach das beste Tool sein. Nur so kann das funktionieren.

BlachReport: Wie können Erlebnisse zur Meinungsbildung beitragen?

Simone Schiebold: Unsere Aufgabe besteht häufig in der Kommunikation emotionalisierter Themenfelder. Wir möchten auf dieser emotionalen Ebene bleiben und Impulse für eine Meinungsänderung geben. Schlüssel dafür sind die richtig aufbereiteten Informationen in einem emotionalen Umfeld, um zum Beispiel immersive Erlebnisse zu ermöglichen. Aber noch einmal: Nicht die Wahl der Mittel ist entscheidend, sondern die Informationstiefe in Verbindung mit der passenden Umsetzung. Ob das dann eine Veranstaltung oder eine Roadshow ist, vielleicht PR-Maßnahmen besser funktionieren oder eine Ausstellung nötig ist, um Verhaltungsänderungen zu initiieren, hängt von der jeweiligen Fragestellung und Herausforderung ab.

BlachReport: Was bedeutet das für die Vermittlung neuer Lebens- und Mobilitätskonzepte? Welche Möglichkeiten können Sie empfehlen?

Simone Schiebold: Unbedingt inhaltlich anspruchsvoll bleiben und überdisziplinär denken: Wissenschaft trifft Kreativität, Technologie trifft Didaktik, Fantasie trifft Umsetzung und so weiter. Wenn Idee und Strategie passen, muss ich mir um die Umsetzung eigentlich kaum Sorgen machen, wobei die handwerkliche und organisatorische Qualität ebenfalls vorhanden sein muss.

BlachReport: Was wäre für Sie eine ideale Kombination aus Experience- und Digitalmarketing?

Simone Schiebold: Die gibt es eigentlich nicht. Eine Kombination muss immer auf den Zielparametern aufbauen. Das ist die Königsdisziplin, die aber leider bei vielen Agenturen nicht so einfach möglich ist. Hier steht oft die Spezialisierung im Weg, zum Beispiel auf Digital oder Event. Digitalisierung bringt Reichweite, aber schafft den Wunsch nach Erlebnissen. Vertiefung bringt der Dialog. Unser Credo: Kommunikationslösungen entstehen durch Kreativität und inhaltliche Kompetenz – sowohl in der Sache als auch im Konzept.

BlachReport: Wie beurteilen Sie die weitere Entwicklung in diesem Bereich?

Simone Schiebold: Momentan spricht einiges dafür, dass der allgemeine Trend zur Digitalisierung die Schaffung analoger Erlebnisse geradezu herausfordert. Grundsätzlich sehe ich aber in allen Kommunikationswegen Vor- und Nachteile. Die Entwicklung kann also nur in eine Richtung gehen: der richtigen Kombination verschiedener Wege für nachhaltige Ergebnisse. Ob das dann Hybrid oder integrierter Mix heißt, ist eigentlich egal.

BlachReport: Welche Erfahrungen kann Flad & Flad in diesem Segment vorweisen?

Simone Schiebold: Seit 20 Jahren rücken wir Themenkompetenz und Kreativität in den Fokus. Damit sind wir sehr erfolgreich, was auch zu vielen Auszeichnungen führte – zum Beispiel beim Annual Multimedia Award oder auch dem German Brand Award. Noch viel wichtiger ist uns aber die Anerkennung unserer Auftraggeber, darunter verschiedene Ministerien, Institutionen wie die Klimastiftung für Bürger und namhafte Unternehmen. Für die Klimastiftung der Bürger – finanziert durch die Dietmar Hopp Stiftung – entwickeln wir beispielsweise gerade eine Erlebnisausstellung mit einem 1.400 qm großen Innenbereich sowie einem rund 1,4 Hektar umfassenden Außenbereich. Unsere Leistungen für die Klima Arena in Sinsheim reichen von der Gesamtkonzeption über die wissenschaftliche Recherche bis hin zur Gestaltung multimedialer Inhalte und dem Bau der Exponate. Die Eröffnung ist für Oktober 2019 geplant.

BlachReport: Sie bezeichnen Flad & Flad als „Agentur der Spezialisten“. Wie müssen Mitarbeiter qualifiziert sein, um Flad & Flad bei der weiteren Entwicklung zu unterstützen?

Simone Schiebold: Wir wünschen uns Experten ohne Scheuklappen, die partnerschaftlich und kooperativ mit anderen Disziplinen zusammenarbeiten.

BlachReport: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

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