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Brexit und MICE

8.3.2019

Der Brexit lässt sich wohl kaum noch aufhalten. Am 29. März 2019 will Großbritannien die EU verlassen – möglicherweise ohne detaillierte Vereinbarungen als sogenannter No-Deal Brexit. Welche Auswirkungen des Brexit erwarten eigentlich die Verbände in der MICE Branche. Wir haben mal nachgefragt, nicht alle haben geantwortet.

LECA Präsident Georg Broich befürchtet, dass ein harter Brexit die MICE Branche hart treffen wird und beruft sich bei seiner Befürchtung auf mögliche Einschnitte in den Marketingbudgets. Entsprechend vorsichtig ist er derzeit bei größeren oder langfristigen Investitionen.

Dr. Peter Neven, Hauptgeschäftsführer des AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft, bedauert ausdrücklich den Austritt Großbritanniens aus der EU: „Es ist ein wesentlicher Teil der eng verflochtenen EU-Wirtschaft“. Kurzfristig schließt er nicht aus, dass sich als Brexitfolge kurzfristig die Zahl der britischen Aussteller und Besucher in Deutschland verringert, vor allem aufgrund von Unsicherheiten in der ersten Phase. Mittelfristig rechnet er aber nicht mit nennenswert niedrigeren Beteiligungen aus Großbritannien, denn die Unternehmen werden seiner Meinung ihre Handelsbeziehungen aufrechterhalten wollen, auch wenn die Rahmenbedingungen schwieriger werden. Seine Voraussage: „Messen werden vielleicht sogar stärker ein Platz für Verhandlungen über Preise und andere Konditionen werden“.

Timo Feuerbach, EVVC Geschäftsführer, kann die Auswirkungen des Brexit noch nicht wirklich abschätzen, weil derzeit unklar ist, wie sich das Reiseverhalten und damit auch der Business Tourismus verändern. Er schließt aber nicht aus, dass der Brexit möglicherweise positive Auswirkungen für die EU bringt, weil Kongress-Veranstalter ihre Tagungen und Kongresse auf den Kontinent verlegen.

Uta Goretzky, IFES Executive Director, erwartet zunächst einen Rückgang im Messegeschäft, der sich in beide Richtungen auswirkt. Auch der Famab schließt „nennenswerte Umsatzrückgänge“ für seine Mitglieder nicht aus. Vor allem anderen befürchten die Mitglieder des Famab neue Hürden bei der Abwicklung internationaler Projekte. Famab Geschäftsführer Jan Kalbfleisch: „Die Branche rechnet mit negativen Folgen. Gerade langfristige Projekte sind auf Basis der derzeitigen Informationslage kaum anzugehen. Der Famab fordert daher schnelle Verhandlungsergebnisse, wirtschaftsnahe Lösungen und deutlich bessere Informationen.“

Wir sind gespannt, was die nächsten Wochen bringen . . .

Herzlichst

Ihr Peter Blach

(Editorial aus BlachReport 5-2019)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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