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planworx setzt auf Arbeiten 4.0: Desksharing und Vertrauensarbeitszeit

26.4.2018

planworx aus München konnte kürzlich das 30-jährige Jubiläum feiern. Für viele Eventagenturen ist das durchaus ein Alter, in dem sich die Räder nur noch nach Vorschrift drehen. Ganz anders bei planworx, die Agentur bezeichnet sich selbst als eine der modernsten Agenturen in Deutschland. Wir wollten wissen was dahintersteckt, und haben Christian Münch, zusammen mit Chris Boehm-Tettelbach Vorstand bei planworx, dazu befragt.

 

BlachReport: planworx bezeichnet sich selbst als modernste Agentur von Deutschland. Warum?

Christian Münch: Wir wurden 2013 vom Deutschen Institut für Service-Qualität als ‘Beste Eventagentur Deutschlands’ ausgezeichnet und 2011 als ‘Bester Arbeitgeber Münchens’. Seit Anfang 2017 setzen wir ‘Arbeiten 4.0’ um und sind damit die wahrscheinlich modernste Agentur Deutschlands. Das ist unser USP. Um das zu erreichen, haben wir bei uns alle Steine umgedreht und uns hinsichtlich Arbeitsweisen, Sozialisierung, der Organisation, unserer technischen Ausstattung inklusive mobiler Arbeitsplätze für alle Mitarbeiter und der internen Arbeitsweise darauf eingestellt. Wir nutzen beispielsweise Microsoft Teams und sind auch Betatester der Software gewesen, die eine sehr leistungsfähige Alternative zum vielgerühmten Slack darstellt. 
 

BlachReport: Was gehört noch dazu?

Christian Münch: Mobiles Arbeiten erstreckt sich von der IT bis hin zu den Arbeitskonten, die ganz auf Vertrauen beruhen. Es gibt nur für 60 Prozent der Mitarbeiter vor Ort Arbeitsplätze mit Dockingstationen und je zwei Monitoren sowie leistungsfähigem WLAN, VPN und Voice-over-IP-Telefonen. Außerdem können Mitarbeiter zwischen vier Arbeitszonen wählen: Concentrate, Collaborate, Communicate und Contemplate. Unsere neue Arbeitsweise begeistert nicht nur Kunden, sondern auch neue Mitarbeiter. Wir merken das bei den  Bewerbungsgesprächen. Potentielle Mitarbeiter schätzen diese konsequente Umsetzung und die daraus entstehende Arbeitsatmosphäre. Entscheidend sind aber nicht die Tools, sondern die Denkweise. Wir wollten nicht nur von Digitalisierung sprechen, sondern das auch leben. Wir wollten Abläufe neu strukturieren und gemeinsam mit den Mitarbeitern einen Weg finden, wie wir uns in einer digitalisierten Welt so aufstellen, dass für Kreativität und Individualität ganz viel Freiraum entsteht und die immer wiederkehrenden Arbeiten, ohne die es nicht geht, dafür maximal durchdacht und strukturiert sowie – wenn möglich – automatisiert ablaufen.
 

BlachReport: Die Hausaufgaben sind gemacht. Wie geht die Reise weiter? Was sind die Visionen von planworx?

Christian Münch: Unsere Vision sieht vor, dass wir uns noch weiter weg von der Durchführung zur Beratung entwickeln. Unserer Meinung nach können Eventagenturen die neuen Unternehmensberater für Kommunikation sein. Digitale Tools sind entscheidend für das exakte Targeting, Emotionen für Nachhaltigkeit und Überzeugung. Das ist unsere Basis für die Zukunft. Wir wollen unsere Kunden beraten und auf diesem Weg kreativ begleiten. Die tatsächliche Durchführung werden wie dagegen standardisieren. Das führt dazu, dass unsere Wettbewerber immer seltener andere Eventagenturen sind.

 

BlachReport: Welche strategische Entwicklung ist erforderlich, um diese Visionen umzusetzen?

Christian Münch: Wir müssen uns strategisch weiterentwickeln, um zu überleben. Dafür sind Mitarbeiter erforderlich, die sich hundertprozentig zu unseren Zielen bekennen. Unsere Messgröße dafür ist der planworx X-Faktor. Er ist definiert als Begeisterung gleich Erwartungshaltung plus X. Letzteres ist unsere Erwartungshaltung gegenüber den Mitarbeitern. Wir wollen wir ihnen wissen, was ihr persönliches X für das nächste halbe Jahr sein wird. Wer das nicht mitgehen will – und es hat natürlich viel mit Geschwindigkeit und Mindset zu tun – bekommt von uns die Empfehlung, einen eigenen Weg zu finden. Wir leisten dafür entsprechende Unterstützung. Einige Mitarbeiter sind diesen Weg nicht mitgegangen.


BlachReport: Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei planworx?

Christian Münch: Digitalisierung ist für uns der Schlüssel zur Erfolg. Unser Motto lautet daher: digitalise or die. Es gibt dafür keine Alternative und das wollen wir vorleben und nutzen. Wir haben alle Mitarbeiter mit den geilsten digitalen Devices ausgestattet, weil es auch etwas mit Faszination zu tun hat, wie sich ein Arbeitsumfeld darstellt.

 

BlachReport: Was bedeutet Expansion für das planworx Management?

Christian Münch: Wachstum ist erforderlich, um Schritt zu halten. Es muss aber organisch erfolgen. Wir wollen Kunden von unseren Leistungen überzeugen und müssen dafür expandieren, also Schritt halten mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Alles andere wäre Stillstand.

 

BlachReport: Wie wird das Thema Internationalität bei planworx gesehen?

Christian Münch: Wir sind für unseren Kunden auf allen Kontinenten tätig. Internationalität spielt also im Daily Business eine große Rolle. Hinsichtlich der Ausrichtung wollen wir eine Münchner Agentur bleiben. Die Eröffnung von Niederlassungen ist nicht geplant.

 

BlachReport: Welche Erwartungen haben sie an die weitere Entwicklung von Branche und Markt?

Christian Münch: Unternehmen, also unsere Kunden, sind auf dem Weg zur Digitalisierung unterschiedlich weit gekommen. Wir müssen sie also an unterschiedlichen Positionen abholen. Das sehe ich als eine große Chance für die Branche, die sich aber zur Deckung des entstehenden Bedarfs weiterentwickeln muss. Grenzen müssen überschritten werden. Wenn es der Eventbranche gelingt, sich in diesem Spannungsfeld zwischen digitalen und emotionalen Anforderungen zu etablieren, sehe ich gute Enwicklungsmöglichkeiten.

 

BlachReport: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

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