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Marcus Leyendecker im StageReport über das RoboSpot System von Robe

28.3.2018

RoboSpot BaseStation (Foto: Robe)

 

Follow Spot Operator ist wohl eine der unbeliebtesten Aufgaben in der Veranstaltungstechnik. Abgesehen von den Unannehmlichkeiten für den Operator bedeutet sein Einsatz einen erheblichen Aufwand hinsichtlich des Platzbedarfs, der Last im Rigg und den Absicherungen. Deutlich komfortabler, weniger planungsintensiv und damit günstiger können fernbedienbare Followspot-Systeme sein. Als einer von wenigen Veranstaltungstechnik-Dienstleistern hat LLeyendecker die RoboSpot Systeme von Robe im Portfolio, mit denen alle vorhandenen BMFL Movinglights ferngesteuert werden können. Der StageReport hat Marcus Leyendecker über seine Erfahrungen mit dem RoboSpot System befragt.

 

StageReport: Lleyendecker ist einer der wenigen Veranstaltungstechnik-Dienstleister, die das RoboSpot im Portfolio haben. Wie sind die Erfahrungen mit dem System?

Marcus Leyendecker: Wir haben das RoboSpot System für ein Projekt in Südafrika gekauft. Eine Miete bot sich wegen der Projektdauer nicht an, das Wettbewerbsprodukt von PRG war uns zu teuer. Bekommen haben wir das RoboSpot System dann im Oktober und waren damit einer der ersten Anwender in Deutschland. Es kam dann ab November für sechs Wochen in Südafrika zum Einsatz. An jedem zweiten Tag hatten wir eine Show. Als Fazit kann ich feststellen, dass wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

 

StageReport: Wie funktioniert das System?

Marcus Leyendecker: Jedes System kommt in zwei Cases mit der BaseStation und der MotionCamera. Die RoboSpot BaseStation ermöglicht die Fernsteuerung der BMFL-Scheinwerfer von Robe. Sie wird auf einem Stativ platziert, verfügt über einen 15,6-Zoll-HD-Bildschirm, auf dem der Bediener sieht, was auf der Bühne passiert und hat verschiedene Bedienelemente. Schwenken und neigen erfolgt über zwei Griffe. Dazu kommen zwei programmierbare Fader für Dimmer und Iris. Zusätzliche Bedienelemente sind ein Touchscreen-Display und vier programmierbare Jog-Wheels mit zehn zusätzlichen Tasteneinstellungen. Das Remote-Desk kann beispielsweise die Funktionen der BMFLs wie Lichtintensität und Farben steuern.

Die nötigen Informationen liefert die MotionCamera, die direkt neben dem entsprechenden Movinglight montiert ist. Es handelt sich dabei um eine Moving-Head-Kamera, die per DMX-Steuerung fernsteuerbar ist. Die Kamera hat eine hohe Lichtempfindlichkeit mit bis zu 0,3 Lux Beleuchtungsstärke, mit dem der Verfolger-Operator dem Künstler über die Bühne folgt. Die Videosignale werden sofort über ein Hochgeschwindigkeits-Cat5-Kabel an die RoboSpot BaseStation übertragen. Im Prinzip bedient der Operator die Kamera und die Scheinwerfer folgen dann seinen Signalen. Als Besonderheit ist auch noch möglich, dass der Operator am Pult die Helligkeit und Effekte der BMFLs steuert und der Bediener an der BaseStation nur die Bewegungen übernimmt.

 

StageReport: Müssen die Operator für den RoboSpot geschult werden?

Marcus Leyendecker: Ganz einfach und selbsterklärend ist das System nicht. Auf der anderen Seite reicht eine Einweisung von maximal zwei Stunden, dann kann der Bediener mit dem System umgehen.

 

StageReport: Welche Scheinwerfer lassen sich damit steuern?

Marcus Leyendecker: Bisher nur die BMFL-Scheinwerfer Spot, Wash und Blade von Robe. Die Bedienung anderer Fixtures hat Robe aber bereits angekündigt, was für uns zur Kaufentscheidung beigetragen hat. Pro Kontrolleinheit lassen sich bis zu sechs Scheinwerfer bedienen.

 

StageReport: Hat sich das System auch im Praxiseinsatz bewährt?

Marcus Leyendecker: Für uns auf alle Fälle. Das Projekt in Südafrika ließ sich für uns situationsbedingt nicht anders umsetzen. Aus räumlichen Gründen konnten wir klassische Verfolger nicht nutzen. Beim RoboSpot ist eigentlich egal, wo die BaseStation ihre Platz bekommt, weil der Bediener dem Bühnengeschehen auf dem Monitor folgt. Er muss also keinen direkten Blick auf die Bühne haben. Kostenmäßig hielt sich das auch ungefähr die Waage. Ein guter Followspot hat einen ähnlichen Investitionsaufwand. Von den Personalkosten her gab es für uns in Südafrika keine Vorteile. Ich kann mir aber vorstellen, dass das bei klassischen Shows mit mehreren Followspot-Fahrern im Rigg eine Rolle spielen könnte, zumal dann die Kosten für die Absicherung auch noch wegfallen würden.

 

StageReport: Gibt es Wünsche an die Robe Entwickler, um das System weiter zu optimieren?

Marcus Leyendecker: Einerseits würden wir uns über die angekündigte Erweiterung für weitere Geräte anderer Hersteller freuen, andererseits muss Robe noch an der Justage feilen. Mit der Kamera hatten wir immer wieder leichte Probleme bei der Zielfokussierung.

 

StageReport: Steht das System auch im Dry Hire zur Verfügung?

Marcus Leyendecker: Auf jeden Fall. Das ist ja keine Raketentechnik. Wir freuen uns auf Anfragen.

 

StageReport: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

 

Markus Leyendecker (Foto: Lleyendecker)

 

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