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Trendstudie Eventcatering

26.2.2018

 

Das Research Institute for Exhibition and Live-Communication hat im Auftrag der Fachmesse BOE eine Studie veröffentlicht, die zukünftige Entwicklungen und Trends im Bereich Eventcatering beleuchtet.

Trends sind im Rahmen der Studie vor allem mittelfristige Veränderungsprozesse, die von den Lebensgefühlen der Menschen geprägt werden und sich in den Konsum- und Produktwelten bemerkbar machen. Zugleich betrifft dies aber auch kurzfristige, durch medialen Einfluss verstärkte Trends, die einen modischen Charakter aufweisen, aber dennoch auch soziokulturelle oder Wertewandel-Prozesse reflektieren.

Wesentliche gesellschaftliche Trends, die oftmals stark lifestyle-orientiert sind, werden im Eventcatering aufgegriffen. Dies spiegelt sich beispielsweise im Bio- und Gesundheitstrend oder angesagten Streetfood-Konzepten.

Die Basis des Trendberichtes bilden eine umfassende Sekundäranalyse sowie eine Fokusgruppendiskussion mit Mitgliedern der Leading Caterer (LECA). Die Catering-Experten brachten wichtige Erfahrungen, ihr Fachwissen und ihr Gespür für die Branche ein, so dass wichtige Entwicklungen und Schwerpunkte diskutiert und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Branche bewertet werden konnten. Erstellt wurde der Bericht von der Technischen Universität Chemnitz unter Leitung von Prof. Dr. Cornelia Zanger.

Kurz zusammengefasst, konnten folgende Trends im Eventcatering identifiziert werden:

Catering ist nicht mehr leckeres Beiwerk von Events, sondern steuert eigene Catering-Konzepte zur Inszenierung bei. Das heißt auch, der konzeptionelle Anspruch an das Eventcatering wird in den nächsten Jahren weiter steigen.

Eventcatering muss ein Gespür für Lifestyle und gesamtgesellschaftliche Trends haben, diese in Catering-Konzepte übersetzen und kreativ inszenieren. Aktuell spielen beispielsweise von internationalen Hotspots inspirierte Streetfood-Konzepte eine wichtige Rolle für das Eventcatering.

Jüngere Generationen bringen neue Ernährungs- und Konsumgewohnheiten ein, die auch das Catering beeinflussen. Vor diesem Hintergrund sind Nachhaltigkeit und Regionalität als Anforderung im Eventcatering keine kurzlebige Modeerscheinung, sondern auch in den nächsten Jahren ein wichtiger Trend.

Eine gesunde Ernährung ist auch in den nächsten Jahren „in“ und markiert unter dem Stichwort Healthy Food einen weiteren Trend, der das Eventcatering zukünftig prägen wird.

Es wird eine außergewöhnliche Präsentation der Speisen und Getränke vom Eventcatering erwartet. Die Präsentation der Speisen trägt sogar häufig selbst Event-Charakter.

Die Digitalisierung wird als Trend zunehmend auch das Eventcatering erreichen. Prozesse im Bereich der Planungs- und Angebotsphase könnten in den nächsten Jahren vollständig digitalisiert werden. Aber auch die Kundenintegration wird in den kommenden Jahren verstärkt über Online-Kanäle erfolgen. Auch hier wird der Trend durch jüngere Generationen getragen, deren Lebenswelten durch digitale Geschäftsmodelle stärker geprägt sind.

Die Steigerung der eigenen Effizienz ist für Eventcaterer eine Herausforderung, der in den nächsten Jahren mit qualifiziertem Personal und ganzheitheitlichem Prozessmanagement Rechnung getragen werden muss.

Der Trendbericht zeigt eine Einschätzung der Entwicklungen im Bereich des Eventcatering und legt dabei einen besonderen Fokus auf das Segment der Premium-Anbieter. Die Sekundäranalyse sowie die durchgeführte Fokusgruppendiskussion ergaben insgesamt ein klares Bild künftiger Trends der Branche. Diese fokussieren sich zum einen auf die Inszenierung von Food-Trends, zum anderen nahmen Entwicklungen im Hinblick auf Möglichkeiten der Digitalisierung und Prozessoptimierung einen breiten Raum ein.

Dabei wurde deutlich, dass sich die Entwicklungen im übergeordneten Blick vor allem im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Effektivität bewegen. Im Ausgangspunkt liegen die Anforderungen immer mehr darin, das Eventcatering im Sinne der Integrated Brand Experiences in das Gesamtkonzept eines Events einzubinden und damit perfekt inszenierte, multisensuale Markenwelten zu schaffen. Zentral ist in diesem Rahmen vor allem der Anspruch einer ausgesprochen starken Lifestyle-Orientierung, die die gesellschaftlichen Entwicklungen und Trends aufgreift. Vor allem geht der Trend zu Nachhaltigkeit und Regionalität sowie einem steigenden Gesundheitsbewusstsein. Gerade mit Blick auf jüngere Generationen gewinnen die Themen „bewusster Konsum“ und „gesunde Ernährung“ weiter an Bedeutung und Akzeptanz.

Für spezifische Food-Trends zeigte sich vor allem, dass sich die Branche sehr schnelllebig

darstellt und besonders auch durch relativ kurze modische Akzente geprägt ist. Deshalb ließen

sich zwar häufig aktuell relevante Trends gut beschreiben, zukünftige Trends waren jedoch

häufig noch gar nicht unmittelbar zu sehen bzw. greifbar. „Bei allen Trends – ein ganz wesentliches Thema ist und bleibt die Geschichte, die erzählt wird“, wird Jutta Kirberg von der Kirberg GmbH zitiert.

Damit waren in der Diskussion beispielsweise Streetfood verbunden mit einer generellen Lifestyle-Orientierung, Healthy Food beziehungsweise internationale Ausrichtungen mit israelischer oder mexikanischer Küche zentrale Themen. Interessante neue Trends lassen sich vor allem international adaptieren, wobei beispielsweise London einen wichtigen „Thinktank“ darstellt.

Wesentliche Entwicklungen wurden schließlich nochmals mit Blick auf das Thema Präsentation und Inszenierung im Rahmen des Eventcatering deutlich. Damit wurde die Erkenntnis gestützt, dass vor allem das Gesamtkonzept, verbunden mit einer passfähigen Story, entscheidend für den Erfolg

eines Events ist. Für das Eventcatering steht damit besonders die Inszenierung und Präsentation zentraler Lifestyle-Themen im Fokus.

Eine sehr intensive Diskussion richtete sich auf die Themen Digitalisierung, neue, digitale Geschäftsmodelle sowie Optimierung unternehmensinterner Prozesse. Künftig werden diese Entwicklungen auch tief in neue Unternehmens- und Arbeitswelten hineingetragen. Vor diesem Hintergrund wird es sogar denkbar, die LECA als Ausgangspunkt einer gemeinsamen digitalen Plattform zu nutzen. Gemeinsame Ziele, insbesondere eine starke Kommunikation und Sichtbarkeit unter hohen Qualitätsstandards nach außen sowie die Nutzung von Synergie-Effekten nach innen, könnten über ein gemeinsames Planungs- und Buchungstool realisiert werden.

Verbunden damit wären zugleich Möglichkeiten, eigene Geschäftsprozesse zu optimieren, was im genannten Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Effektivität gleichsam einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Bereits heute setzen erste Vorreiter der Branche Planungstools ein, die vor

allem im Bereich weitgehend standardisierter Veranstaltungen die komplette Planung und Kalkulation übernehmen und erreichen damit vor allem auch einen unschätzbaren zeitlichen Vorsprung in der Angebotserstellung. Der Blick richtet sich aber auch auf völlig neue Geschäftsmodelle, die Gedanken der Sharing Economy aufgreifen und ganzheitliche Planungstools – von der Location, über Catering bis hin zu Mobiliar und Dekoration leisten – und dabei schrittweise auch immer individuellere Anforderungen berücksichtigen können. „Das Ende vom Tunnel sieht man da noch gar nicht. In anderen Branchen haben wir das Thema Disruption.

Das ist bei uns noch gar nicht angekommen“, so Georg W. Broich von Broich Premium Catering.

 

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