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I, robot . . .

18.10.2017

 

Wie sich Roboter in Shows einsetzen lassen, erläutert Michael Dancsecs von standing ovation im Interview. 

 

standing ovation ist ein führender Schweizer Dienstleister für Events, Kongress und Shared Communication und zählt zu den Top-3-Agenturen der Alpenrepublik. Das 2005 gegründete und inhabergeführte Kommunikationsunternehmen mit Sitz in Zürich betreut nationale und internationale Projekte für Auftraggeber wie Microsoft, Huffington Post, Swiss Life, UPC Cablecom, Jacobs Foundation, Barry Callebaut sowie UBS und hat heute 29 Mitarbeiter. Für das 125-jährige Jubiläum von ABB hat standing ovation eine aufsehenerregende Show mit Industrierobotern entwickelt – einem Show-Highlight, das seit der A8 Präsentation von Audi in Barcelona großes Interesse erfährt. Wir haben Michael Dancsecs über seine Erfahrungen mit dem Robotereinsatz befragt.

 

StageReport: Sie haben bei der ABB Jubiläumsveranstaltung mehrere Roboter eingesetzt. Warum?

Michael Dancsecs: Robotics ist einer der Geschäftsbereiche von ABB. Es war Bestandteil des Briefings, ABB Leistungen in eine emotionale und zukunftsweisende Show zu integrieren und mit modernsten, überraschenden Inszenierungsmöglichkeiten und Kinetik in die Show zu integrieren. Dazu zählte Roboter und die interaktive Steuerung einzelner Showelemente von den Galatischen durch die Gäste.
 

StageReport: Wie wurden die Roboter eingesetzt?

Michael Dancsecs: Die Roboter wurden als bewegliches Bühnenportal und flexible Medienflächen eingesetzt. Weiterhin kamen sie als interaktive Elemente gemeinsam mit Tänzern zum Einsatz und sorgten so für große Aufmerksamkeit. Wir haben uns dabei an der ABB-Entwicklung ‚YuMi’, was für You & Me steht, orientiert, einem der ersten kollaborativen Industrieroboter, mit dem ABB unter anderem auch auf der Hannover Messe im vergangenen Jahr Bundeskanzlerin Angela Merkel und Barack Obama auf ihrem Messerundgang begeisterte.
 

StageReport: Waren die Roboter in eine Choreografie eingebunden?

Michael Dancsecs: Ja, selbstverständlich war dies eine abgestimmte Choreographie, die technisch über hierfür gesondert entwickelte und programmierte Schnittstellen zu den Medienservern gesteuert wurden. Dafür konzipierte unser Partner loop light unter Leitung von Matt Finke ein Echtzeittracking, das eine verzögerungsfreie Mitführung der Projektionen auf den von Robotern getragenen Elementen ermöglichte.

 

StageReport: Wie bewerten Sie die Erfahrungen im Umgang mit den Robotern? Lässt sich so etwas auch für andere Shows umsetzen?

 

Michael Dancsecs: Technisch bedeutete der Einsatz der Roboter zunächst mal eine große Herausforderung, da die Roboter aus dem ABB Industrieportfolio stammten und nicht von einem Show-Technik-Anbieter. Diese Roboter wurden für industrielle Anwendungen entwickelt. Zuerst musste daher das gemeinsame Verständnis für die Idee geschaffen werden. Die Abstimmung der Kommunikationsprotokolle zwischen den Robotern und der klassischen Veranstaltungstechnik bedurfte umfangreicher Recherchen. Hinzu kommt, dass für die großen Industrieroboter Bodenverankerungen und andere technisch-bauliche Voraussetzungen erforderlich waren, die in einem Zeltbau eine andere Dimension bekommen als in einer professionellen Event- oder Messehalle. In der praktischen Umsetzung haben wir beispielsweise zum Aufbaubeginn Stahlbetonfundamente für die Roboter gegossen. Sowohl der Zeltboden als auch die Bühne wurden um diese Gründungen herum gebaut. Trotz Geländegefälle konnten wir die Roboter dann bündig mit dem Bühnenboden einsetzen. Um dies sicherzustellen, hatten wir einen Vermessungsingenieur im Einsatz.
 

StageReport: Welche Sicherheitsvorkehrungen waren für den Einsatz der Roboter erforderlich?

 

Michael Dancsecs: Für YuMi gab es keine besonderen Vorkehrungen, weil er genau für die Kooperation mit Menschen entwickelt wurde. YuMi reagiert auf die menschlichen Bewegungen und schaltet im Notfall auch ab. Die größeren Industrieroboter wurden als bewegliche Bühnenportale und Medienscreens eingesetzt. Die Tänzer und Künstler mussten dafür spezielle Bodenmarkierungen beachten, die sie nicht überschreiten durften. Weiterhin konnten sie von der Bühne aus an mehreren Stellen Lichtsignale einsehen, die den Betriebs- und Gefährdungszustand der Roboter anzeigten. Eine weitere Sicherheitseinrichtung bestand aus einer Kombination von Not-Aus-Schaltern und aktiven Freigabeeinrichtungen, die aber nicht benötigt wurde. Initial haben Künstler und Tänzer die komplette Choreographie ausführlich geprobt. Erst als sich Tänzer und Künstler sicher auf der Bühne bewegten, kamen die Roboter dazu. Hierzu wurden diverse Abnahmen mit den zuständigen Behörden und auch ABB Security notwendig. Darüber hinaus kam Sicherheitssoftware zum Einsatz, die die Bewegungen der Roboter in vordefinierten Bereichen oder auch bestimmte Geschwindigkeiten gänzlich ausschloss und somit für die Absicherung der Umgebung sorgte. 

 

StageReport: Wie haben Sie die Roboter gesteuert?

 

Michael Dancsecs: Die Roboter wurden über die eigene Software von ABB von erfahrenen Programmierern der Firma Klero aus Berlin angesteuert, während loop light die Schnittstelle zu den Medienservern gemeinsam mit der Firma Hantmade entwickelte.

 

StageReport: Was hat der Kunde beziehungsweise seine Gäste zu der Roboterinszenierung gesagt?

 

Michael Dancsecs: Kunde und Gäste waren von der Gesamtinszenierung nachhaltig begeistert und beeindruckt. Die ‚sanfte’ Integration der Gäste durch die eleganten Touchpoints an den Galatischen und begehbare, interaktive Avatar-Elemente im After-Showbereich rundeten das Gesamterlebnis der anspruchsvollen internationalen VIP-Gäste des Events ab. Dies spiegelte sich in den unzähligen positiven Mails wieder, die die ABB und standing ovation nach dem Event erhielten. Final lässt sich wohl feststellen, dass die Grundidee, die große Historie der ABB an den beiden Galaabenden in eine erfolgsversprechende Zukunft zu überführen, nachhaltig erfüllt wurde.
 

StageReport: Das ABB Jubiläum war ein Hightech-Projekt. Korrespondiert das mit ihren Ansprüchen an die Nachhaltigkeit aller Aktivitäten?

 

Michael Dancsecs: Unbedingt. Wir sind als Famab Sustainable Company 2.0 zertifiziert und arbeiten konsequent nachhaltig: für unsere Kunden, für uns, für unsere Kinder und für die nächste Generation. Ressourcen und Aufmerksamkeit sind begrenzt. Wir können nur dann maximale Wirkung erzielen, wenn wir mit beidem nachhaltig umgehen. Das ist uns auch bei der ABB Veranstaltung gelungen.

 

StageReport: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

 

 

 

 

 

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