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Schlaues Konzept von Audi

11.7.2017

 „Audi Summit“ in Barcelona mit der Weltpremiere des neuen A8 (Foto: Blach)

 

Die Automobilproduzenten kennen mannigfaltigste Zielgruppen zur Durchführung von Events: Händler, Service, Medien, Multiplikatoren, Öffentlichkeit und mehr. Umso schlauer erscheint eine neue Idee von Audi, mit denen die dafür erforderlichen riesigen Investitionen an Energie, Zeit und Geld künftig eingedämmt oder zumindest gedeckelt werden sollen – ohne wesentlich an Wirkung zu verlieren. Das wünschen sich jedenfalls die Marketingverantwortlichen des Automobilherstellers. Audi hat dafür die bisherige Vorgehensweise im Livemarketing komplett auf den Kopf gestellt. Das könnte natürlich in der Folge maßgebliche Veränderungen für die komplette Eventbranche bedeuten, die sich ja auf die bisherige Vielzahl von Veranstaltungen eingestellt hat – wenn der Plan aufgeht.

Den Startschuss für die neue Strategie markierte der erste Audi Summit als markenexklusive Plattform für Multiplikatoren aus Medien, Finanzwelt, Handel und Verbänden, der am 11. Juli in Barcelona stattfand. Auf mehr als 10.000 Quadratmetern stellte der Summit aus Sicht von Audi die Lösungen für die urbane Mobilität von morgen vor. Eingeladen dafür waren 2.000 Gäste aus aller Welt.

So weit, so gut – das können vielleicht andere Automarken auch. Größer, weiter, schneller ist schon lange fester Bestandteil gängiger Auto-Events. Audi will aber „besser“ und „effizienter“ als neue Attribute einführen. Das Konzept von Audi für ein integriertes Livemarketing sieht vor, künftig zweimal pro Jahr im Rahmen eines Summit alle Neuheiten des Unternehmens inklusive Produkten und Leistungen exklusiv zu präsentieren und dafür auf fokussierte Veranstaltungen für Händler, Presse und Meinungsbildner zu verzichten. Diese beiden Events werden an unterschiedlichen Orten nicht nur in Europa stattfinden und sollen auch auf Messen durchgeführt werden, was für die IAA 2019 bereits geplant ist. Der nächste Audi Summit ist für Frühjahr 2018 vorgesehen, der Ort steht wohl noch nicht fest.

Das wird dann in der Folge auch generelle Auswirkungen auf die Messebeteiligungen haben. Zwar sollen zunächst keine Messebeteiligungen gestrichen werden, dennoch sind Änderungen der bisherigen Vorgehensweise zu erwarten. Bereits in diesem Jahr gibt es kein eigenes Gebäude von Audi auf der Agora der IAA. Das Unternehmen zeigt sich mit den anderen Marken der Gruppe in der Konzernhalle. Mal sehen, was künftig passiert.

Ein anderes Unternehmen aus einer ganz anderen Branche belegt übrigens seit Jahren, dass zwei zentrale Events pro Jahr ausreichen können, um bei den Zielgruppen und in der Öffentlichkeit massiv präsent zu sein – selbst bei einem Komplettverzicht auf Messebeteiligungen: Apple. Der IT-Gigant veranstaltet im Frühjahr seine Entwicklerkonferenz und im Herbst die Hardwarepräsentation rund um das jeweils neue iPhone. Der Effekt ist enorm – selbst etablierte Medien berichten teilweise minutengenau im Livestream, was in Kalifornien gerade passiert.  Und über mangelnde Präsenz in den Medien im Rest des Jahres kann sich Apple auch nicht beklagen.

Audi hat einen schlauen Plan entwickelt. Die Praxis wird zeigen, ob er aufgeht.

Herzlichst

Ihr Peter Blach

 

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