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Digitale Transformation im Eventcatering?

24.5.2017

Das Cateringunternehmen Kofler & Kompanie hat ein Online-Tool entwickelt, mit dem sich Veranstaltungsangebote einholen und in Echtzeit kalkulieren lassen. Das Event Planning Tool ist in die Homepage von Kofler & Kompanie integriert. Hier wählt der Veranstaltungsmanager aus einer Vielfalt an Locations, Food & Beverage und Mobiliar-Paketen aus. Die Locations sind derzeit in fünf deutschen Städten beziehungsweise Regionen buchbar: Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Nordrhein-Westfalen. Mit dem selbst zusammengestellten Veranstaltungspaket erhält der Eventmanager zugleich einen Kostenüberblick, so dass er das Tool zur Veranstaltungsplanung verwenden kann. Erst danach wird es dann wieder „analog“ mit Beratung und Gespräch. Der BlachReport hat darüber mit KP Kofler gesprochen.

 

BlachReport: Was beurteilen sie die aktuelle Entwicklung im Eventcatering-Markt für ihr Unternehmen?

KP Kofler: Wir sind gut unterwegs und haben uns nach der weltweiten Aufbauarbeit wieder mehr für Deutschland vorgenommen. Das trägt bereits Früchte. In Deutschland konnten wir unseren Umsatz im ersten Quartal 2017 um 16,5 Prozent steigern, was in Zahlen ausgedrückt einen Sprung von 8 Millionen Euro auf 9,3 Millionen Euro bedeutet. International konnten wir beim Umsatz sogar um 45 Prozent zulegen, was vor allem auf unsere Aktivitäten in China und UK zurückzuführen ist!

 

BlachReport: Was war der Grund für die Einführung ihres Event Planning Tool?

KP Kofler: Die aktuelle Generation ist es bereits gewohnt, Buchungen branchenunabhängig online durchzuführen. Dafür sind schnelle Übersicht und Verfügbarkeit erforderlich. Viele wollen beim Einkauf standardisierter Produkte sogar auf Gespräche verzichten. Das gilt auch für die Eventbranche – zumindest bei den einfachen Formaten, die 70 bis 80 Prozent des Business ausmachen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass eine Marke positiv besetzt ist und attraktive Preise gemacht werden können.

 

BlachReport: Seit wann ist ihr Event Planning Tool online?

KP Kofler: Wir sind damit zum Jahresbeginn gestartet.

 

BlachReport: Welche Erfahrungen konnten sie bisher mit diesem Angebot machen?

KP Kofler: Bisher hatten wir rund 300 relevante Anfragen, die überwiegend von Neukunden kamen. Der Anteil lag bei 80 Prozent. Ich glaube aber, dass der deutsche Markt in diesem Bereich sehr konservativ aufgestellt ist. Das könnte in anderen Regionen ganz anders sein.

 

BlachReport: Sind sie mit dem Event Planning Tool bisher nur in Deutschland tätig?

KP Kofler: Ja, wir wollten gezielt in Deutschland Erfahrungen sammeln, ehe wir das Angebot auch in anderen Märkten ausrollen. Ende des Jahres werden wir mit dem Service in UK auf den Markt gehen, anschließend soll China folgen. Wir müssen für uns zunächst auch die Frage klären, ob wir mit dem Event Planning Tool ein Caterer mit IT oder umgedreht sind. Momentan tendieren wir zu ersterem. Dennoch denken wir beispielsweise darüber nach, das Tool als Marktplatz auch für andere zu öffnen und Angebote aus den Bereichen Säfte, Getränke, Ausstattung oder Technik zuzulassen.

 

BlachReport: Was sagen denn die Kunden zu ihrem Tool?

KP Kofler: Das hängt maßgeblich von den Projekten ab. Wenn Oliver Schrott in Shanghai die neue S-Klasse für Mercedes-Benz präsentiert, will er natürlich mit den Verantwortlichen über das Catering sprechen. Für das ‚Bergfest’ auf der IAA ist das nicht mehr erforderlich. In England nennt man das Bespoke Events. Ich würde das mit dem Anzug von der Stange im Vergleich zur Maßanfertigung vergleichen. Beides ist gut, aber nicht das gleiche.

 

BlachReport: Sie sprachen von einem Marktplatz. Welche Weiterentwicklungen sind für das Event Planning Tool außerdem denkbar?

KP Kofler: Wir wollen das Angebot kontinuierlich verfeinern und haben bereits den ‚Preis pro Person’ als Maßstab für Übersichtskalkulationen eingeführt. Als nächste Erweiterung werden wir die Möglichkeit bieten, aus einer Zusammenstellung ein PDF zu erstellen und auszudrucken. Weiterhin wollen wie begleitende Online-Chats anbieten, um so eine Beratungskomponente ins Spiel zu bringen.

Mit einer Agentur aus Stuttgart sprechen wir gerade über einen Customer-Login für eine neue Location, was für uns ebenfalls eine Option für künftige Entwicklungen darstellt. Last but not least könnte ich mir auch eine Implementierung für Messen vorstellen. Ideen haben wir also genug.

 

BlachReport: Welche Entwicklung erwarten sie insgesamt in der digitalen Transformation der Eventbranche?

KP Kofler: Ganz klar eine Digitalisierung für das standardisierte Geschäft. Und dafür gibt es noch viele Möglichkeiten in der Eventbranche – ob nun Buchungen, Bestellvorgänge oder Lieferlogistik. Auch in diesem Bereich sind wir bereits die ersten Schritte gegangen und sprechen in London gerade mit White Rabbit darüber, wie sich Cateringbestellungen mit entsprechender Logistik verbinden lassen. Möglicherweise werden wir in dieses Segment bereits im Herbst mit einem Start-up in London einsteigen.

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