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Schwarze Kisten (Editorial aus dem BlachReport 1-2017)

16.1.2017

 

„Schluss mit dem Preisdumping“ fordert Helge Leinemann, Vorstandsvorsitzender des VPLT Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik, im aktuellen Verbandsmagazin. Er meint damit das Vorgehen (nicht nur) seiner Verbandsmitglieder, sich bei Ausschreibungen beziehungsweise generell bei der Vergabe von Aufträgen für die Ausstattung einer Veranstaltung mit Veranstaltungstechnik über den Preis „zu verkaufen“. Deckungsbeitrag ade, Hauptsache der Job ist da. Das ist nicht neu – und trotzdem immer aktuell.

Wer sich schon länger mit dieser Branche beschäftigt, weiß jetzt natürlich, dass dieses Problem mehrere Komponenten hat. Einerseits fehlt manchen Akteuren im Bereich der Veranstaltungstechnikdienstleister schlicht und einfach die betriebswirtschaftliche Kompetenz, andererseits ist dieses Marktsegment schon lange kein Wachstumsmarkt mehr, sondern ein Verdrängungsmarkt. Hier regieren Angebot und Nachfrage in Verbindung mit Argumenten. Last but not least kommen wir darüber zum Hauptproblem: der schlichtweg mangelhaften Differenzierung der Anbieter. Wenn ein Veranstalter mehrere gleichlautende Angebote über so und soviel schwarze Kisten bekommt, dann kann er nur noch über den Preis entscheiden. Wo sonst sind die individuellen Unterscheidungsmerkmale? Die meisten Anbieter von Veranstaltungstechnik machen sich doch nicht mal die Mühe, über ihren eigenen USP nachzudenken, geschweige denn, ihn zu leben.

Lieber Herr Leinemann, das funktioniert so nicht, nur über das Preisdumping selbst zu lamentieren, statt den Ursachen nachzugehen und zur Abhilfe beizutragen. Das wäre nämlich tatsächlich mal eine Aufgabe, die ein Verband wie der VPLT in Angriff nehmen könnte. Wehklagen wird nicht weiterhelfen.

Einen Bärendienst hat der VPLT-Vorstandsvorsitzende seinen Kollegen allerdings mit der Aussage „Auch wenn es weh tut: Einen Auftrag, der nur Verluste macht, lieber ablehnen“ erwiesen. Genau mit diesem Bagatellisieren steht sich der Verband beziehungsweise stehen sich die Verbandsmitglieder seit vielen Jahren selbst im Weg. Es kann nicht um „lieber ablehnen“ gehen. Es muss heißen „Finger weg“. Aber wenn das nicht mal der Verbandsvorstand versteht . . .

Herzlichst

Ihr Peter Blach

 

P.S.: Sehen wir uns am 18. oder 19. Januar auf unserem Messestand auf der Best of Events in Dortmund (Halle 4, Stand A12)? Oder bei der Verleihung der BEA Awards am 18. Januar um 18 Uhr in der Halle 6? Ich würde mich freuen.

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