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Claypaky gestern, heute, morgen . . .

22.12.2016

 

Pio Nahum (Foto: Claypaky)

 

40 Jahre nach der Gründung wurde aus Clay Paky Claypaky – warum auch immer. Pio Nahum, CEO von Claypaky, hat es versuchsweise so erklärt: „Die Notwendigkeit der Moderne erfordert manchmal einen Bruch mit der Tradition. Das bedeutet nicht, die Ideale zu verraten, mit denen das Unternehmen gegründet wurde und in den letzten 40 Jahren gewachsen ist. Aber so, wie wir es sehen, bedeutet es, dass wir unsere Augen fest auf technologischen Fortschritt, Innovation und Zukunft fixieren.“ Wir haben den 40. Geburtstag zum Anlass genommen, um CEO Pio Nahum einige Fragen zum „Gestern“, „Heute“ und „Morgen“ des Unternehmens zu stellen.

 

StageReport: Claypaky kann in diesem Jahr den 40. Geburtstag feiern, Pasquale „Paky“ Quadri hat das Unternehmen 1976 gegründet. Welches Fazit können Sie ziehen?

Pio Nahum: Wir sind als Unternehmen gestartet, das Projektoren und Lichteffekte für Discos herstellte und sich im Laufe der Zeit zu den professionellen Anwendern verlagert hat: Seit den neunziger Jahren entwickeln wir Equipment für Theater, TV und Konzerte. Unsere Produkte sind eine Mischung aus High-Tech-Beleuchtung, Optik, Mikromechanik und Elektronik. Diese vier Elemente bilden bis heute die Grundlage aller Produkte.

Eine Konstante haben wir in all’ den Jahren beibehalten und immer in Forschung und Entwicklung investiert, um durchgängig mit sehr innovativen Produkten und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis den Markt bedienen zu können. Damit zählen wir heute zu den weltführenden Unternehmen in diesem Markt. Unsere Innovationen versetzten uns in die Lage, neue Marktstandards setzen und echte Revolutionen beim Einsatz technischer Geräte für Bühnen- und Showproduktionen ausgelöst zu haben. Für uns ist das die Bestätigung von Leidenschaft, konstantem unternehmerischem Mut und Engagement, um jedes Produkt immer besser werden zu lassen. Dazu kommt eine große Flexibilität. Heute beschäftigt unser Unternehmen rund 200 Mitarbeiter und erzielt damit einen Exportanteil am Umsatz von 95 Prozent.

 

StageReport: Was waren die Highlights in der Entwicklung von Claypaky?

Pio Nahum: Aus rein technologischer Sicht waren die Highlights sicher die Markteinführung des Golden Scan in den 80er Jahren und des Sharpy im Jahr 2010 – zwei Produkte in verschiedenen Perioden, die die Möglichkeiten von Lichtshows tatsächlich revolutioniert haben. Damit haben wir die Benchmarks für alle anderen Marktteilnehmer gesetzt.

Daneben gibt es aber auch noch ein riesiges Spektrum kommerzieller Erfolge: den Astrodisco und den Astroraggi, den Super Scan, den Mini Scan, die Alpha-Serie mit dem Alpha Beam 300 – dem ersten positionierbaren Beamlight überhaupt – und dem Alpha Profil, dem Projektor mit dem patentierten Blendenschiebersystem von Claypaky.

In den letzten Jahren gab es weitere maßgebliche Entwicklungen, beispielsweise mit dem B-EYE oder dem Mythos, der die Eigenschaften eines klassischen Spotlights wie einer randscharfer Abbildung mit denen eines Beam Lights mit seinen beeindruckenden Mid-Air-Effekten in einem Gerät vereinte. Und schließlich Scenius, der zur Referenz für Lichtqualität wurde, statt wie bisher die Lichtleistung oder die Anzahl der Effekte in den Fokus zu rücken.

Unternehmerisch verzeichnen wir seit 1976 ein stetiges Wachstum, was mehrfach zu Erweiterungen unserer Produktion bis zum jetzigen Stand in Seriate führte. Vielleicht noch eine Ergänzung: Auf dem Höhepunkte der europäischen Wirtschaftskrise haben wir den Sharpy eingeführt, was zu einer Verdoppelung des Umsatzes führte. Kein Highlight, aber Teil unserer Geschichte, war der viel zu frühe Tod von Pasquale Quadri. Kurz danach erfolgte dann die Übernahme durch Osram.

 

StageReport: Claypaky gehört seit 2014 zu Osram. Welche Veränderungen brachte das für Claypaky?

Pio Nahum: Wir haben eine sogenannte ‚light integration’ erlebt. Für uns ist es sehr erfreulich, dass Außenstehende von diesem Wechsel nur wenige Veränderungen wahrgenommen haben. Das war so geplant und eines unserer Hauptziele. Wir wollten den Spirit von Claypaky erhalten. Natürlich haben sich durch den neuen Eigentümer ein paar Dinge geändert. Beispielsweise haben wir kürzlich ADB erworben, einen sehr angesehenen Anbieter in Theatern und Studios. Das führte dazu, dass wir jetzt eine Produktion in Frankreich führen und unser Marketingkonzept diversifiziert haben. Unsere Entwicklungsabteilung bekam nicht nur eine neue Struktur, sondern auch mehr Unterstützung – insbesondere durch Kollegen bei Osram. Dennoch blieb die Entwicklungsabteilung in Bergamo erhalten, unterstützt durch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Entwicklungszentren in verschiedenen Teilen der Osram-Organisation, sowohl in Italien als auch in Deutschland. Wir haben uns dabei von keinem einzigen Mitarbeiter getrennt.

 

StageReport: Wie beurteilen Sie die Produktentwicklung in der professionellen Bühnen- und Showbeleuchtung? Was für Innovation fordert der Markt und welche Produkte sind in den nächsten 18 bis 24 Monaten von Claypaky zu erwarten?

Pio Nahum: Dank der Unterstützung von Osram können wir es uns heute leisten, mehr Geld in Forschung & Entwicklung (F & E) zu investieren. Dafür gibt es jetzt größere Ressourcen und vor allem auch Zugang zu neuen Technologien, die Osram beispielsweise für die Automobilbranche entwickelt. Zwei Hauptziele stehen derzeit auf unserer Agenda: einerseits eine größere Diversifizierung der Produkt-Typen, andererseits ein höherer Anteil der SSL-Technologie in unserer Produktpalette (SSL = Solid-State Lighting, die Red.). Wie Sie wissen, ist Osram einer der Marktführer in der Entwicklung der LED-Technologie. Wir haben schon immer Osram LEDs eingesetzt. Aber jetzt, wo wir Teil von Osram sind, profitieren wir noch mehr von diesem Know-how. Das gilt natürlich insbesondere für F & E bei Claypaky.

 

StageReport: Welche Rolle spielen heute ökologische Aspekte in der Showbeleuchtung?

Pio Nahum: Claypaky handelt mit Respekt für die Umwelt. Und der beste Weg, um das zu beweisen und in die Praxis umzusetzen, ist die Gestaltung und Entwicklung von Produkten mit der höchsten Lichtausbeute im Vergleich zum Verbrauch. Berücksichtigt haben wir das bei allen neuen Produkten: Alpha Beam, Sharpy, Mythos, SuperSharpy. Ich glaube, dass wir mit dieser Vorgehensweise wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Produkte so unglaublich erfolgreich wurden.

Darüber hinaus entstehen unsere Scheinwerfer unter strikter Einhaltung der internationalen Vorschriften und unter Einsatz umweltfreundlicher Materialien wie Recycling-Kunststoffen sowie hochwertigem Glas und Aluminium also Materialien, die von den Kunden wegen Leichtigkeit und Robustheit bevorzugt werden.

 

StageReport: Wir haben das Gefühl, dass sich die Anwender in der Bühnen- und Showbeleuchtung immer weniger für die etablierten Marken interessieren und dafür auf Budget-Produkte setzen. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Pio Nahum: Eigentlich würde ich eher sagen, dass die Anwender den Kosten der Show-Technologie immer größere Aufmerksamkeit zollen, da es mehr Wettbewerb und eine größere Vergleichbarkeit von Preisen gibt. Außerdem schätzen Anwender die Zuverlässigkeit und Qualität ihrer Produkte, die eine Rendite erzielen müssen und dafür oft unter erschwerten Bedingungen zum Einsatz kommen. Das Interesse an hochwertigen und innovativen Produkten wird bestehen bleiben, besonders wenn es einen fairen Preis hat. Ich glaube, das können etablierte Marken eher bieten.

 

StageReport: Welche Rolle spielt der deutsche Markt für Claypaky?

Pio Nahum: Der deutsche Markt ist für Claypaky von größter Bedeutung. Schließlich handelt es sich dabei um einen der größten Märkte weltweit in den Segmenten Live-, Corporate-, TV- und Public Events. Führende Unternehmen im Bereich der Showtechnik müssen hier präsent sein. Wir haben definitiv ein besonderes Auge auf diesen Markt – speziell jetzt, wo wir Teil eines großen deutschen Unternehmens sind.

 

StageReport: Wie beurteilen Sie die aktuelle Entwicklung in Deutschland für Ihr Business: Varilite hat den Vertrieb gewechselt, Robe wird den Vertrieb 2017 selbst übernehmen beziehungsweise hat es so angekündigt und Dry Hire Companies wie AED drängen mit neuen Möglichkeiten auf den Markt. Dazu zählt beispielsweise die Ausstattung im Friedrichstadtpalast in Berlin mit Moving Lights, die als Neuprodukte langfristig vermietet werden.

Pio Nahum: Unser Markt verändert sich ständig, was immer neue Strategien erfordert. Zweifellos ist die Flexibilität dieser Strategien und der daraus resultierenden Handlungen heute unabdingbar. Seit 40 Jahren ist Claypaky eine angesehene und erfolgreiche Marke für deutsche Kunden. Dafür ist eine Leistung erforderlich, die ständig benötigt wird, wenn man Investitionsgüter wie unsere verkauft: eine gute Kundenbetreuung. Und das ist etwas, was unser Distributor Lightpower seit vielen Jahren in hoher Qualität zur Verfügung stellt.

 

StageReport: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

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