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Ausbildung und Praxis

24.8.2016

 

Im BlachReport haben wir uns mit der Ausbildungsinitiative 100PRO beschäftigt, die von den Verbänden EVVC, AUMA, VPLT und Famab initiiert wurde und vom DIHK Unterstützung bekommt. Die Initiative 100PRO reklamiert für sich, die Qualität der Ausbildungsgänge in der Veranstaltungswirtschaft steigern zu wollen. Um diesem Grundgedanken Rechnung zu tragen, wurde von den Verbänden ein Kodex aufgesetzt, der in mehreren Richtlinien die wichtigsten Module der Ausbildung zu Veranstaltungskaufleuten und Fachkräften für Veranstaltungstechnik aufzeigt. Mit diesen Richtlinien soll verdeutlicht werden, welche Anforderungen an einen Ausbildungsbetrieb auf fachlicher und sozialer Ebene gestellt werden, um eine qualitative Lehre durch ein Unternehmen zu gewährleisten.

 

Das ist eine schöne Initiative und ganz sicher erforderlich, nutzen doch gar nicht so wenige Unternehmen Azubis vor allem als billige und willige Arbeitskräfte. Der Kodex enthält daher auch Anforderungen wie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Lehrlingen und ausgelernten Kräften, die Vermittlung der Ausbildungsinhalte laut Rahmenplan und das Vorliegen eines betrieblichen Ausbildungsplans.

 

Viele Unternehmen der deutschen Veranstaltungsbranche sind bereits Teil der Initiative und haben den Kodex unterzeichnet. Aktuell sind mehr als einhundert Betriebe aus den Bereichen Location, Technikdienstleistung, Agentur, Messe- und Bühnenbau, Messegesellschaft, Hotel, Catering, Personalservice und Organisation bei 100PRO gelistet.

 

Einen eigenen Weg geht der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft. Tenor ist aber auch hier eine Optimierung der Ausbildungssituation – speziell bei den Veranstaltungskaufleuten. Gemeinsam wären die beiden Initiativen wohl stärker gewesen, vielleicht standen dem aber wie so oft unterschiedliche Verbandsinteressen entgegen. Dennoch: besser zwei Engagements zugunsten des Nachwuchses als gar keine.

 

Nicht direkt, aber doch mittelbar beschäftigt sich eine andere „Initiative“ mit der Ausbildung im Eventbereich – beziehungsweise eigentlich mit ihrer Praxisnähe und den „messbaren Ergebnissen“. Das Studieninstitut für Kommunikation hat gerade den aktuellen INA Award gestartet. INA steht für „Internationaler Nachwuchs Event Award“ und ist nichts weniger als eine Leistungsschau der Nachwuchskräfte im Event-Business. Die Teilnehmer dürfen maximal 28 Jahre alt sein und müssen sich an einer Wettbewerbsaufgabe messen, die die Agentur Matt Circus entwickelt hat. Es geht darum, der fiktiven E-Bike-Marke „Gold“ mit Modulen wie Pressekonferenz, Shop-Eröffnung, Promotion und Guerilla-Aktionen Leben einzuhauchen und das Thema E-Bike zu verjüngen – so die Aufgabenstellung.

Voraussetzung für den Erfolg beim INA Award ist natürlich eine gute Ausbildung. Vielleicht trägt die Initiative 100PRO dazu bei, dass sich künftig noch mehr hochqualifizierte Event-Nachwuchskräfte um den INA Award bewerben. Das wäre dann doch eine schöne – und messbare – Bestätigung für die Initiatoren.

 

Herzlichst

Ihr Peter Blach

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