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Anreiselogistik für Eventteilnehmer: Der Weg und das Ziel . . .

11.7.2016

 

Die Pro Sky AG ist ein Spezialist für „maßgeschneiderte Flugprogramme“, der kürzlich seinen aktuellen Destination Report veröffentlicht hat. Der BlachReport hat Armin Truger, Vorstand des Unternehmens, dazu befragt und wollten auch wissen, wie die Trenddestinationen erreichbar sind.

 

BlachReport: Pro Sky hat kürzlich seinen aktuellen Destination Report veröffentlicht. Was waren die wichtigsten Ergebnisse – auch im Vergleich zur Vorgängeruntersuchung?

Armin Truger: Das Feedback der Teilnehmer an der diesjährigen Pro Sky Studie zeigt, dass die beliebten Destinationen der Vorjahre weitestgehend die höchste Relevanz beibehalten. Dazu gehören die Länder Deutschland, Spanien, Österreich und Italien sowie die Metropolen Berlin, Barcelona, Wien und Lissabon. Interessant finde ich, dass – trotz kaum veränderter Spitzenpositionen – fast alle seit Jahren wichtigen Destinationen nicht mehr ganz so häufig als relevant eingestuft wurden. Insbesondere Paris und Istanbul haben Fans verloren, aber auch die Top-Favoriten Barcelona und Berlin.

 

BlachReport: Sind das vielleicht Sättigungsfaktoren?

Armin Truger: Wir werden dies in den kommenden Jahren aufmerksam beobachten. Positive Tendenzen sehen die Studienteilnehmer aktuell für Alternativen in Deutschland und Spanien sowie für Skandinavien und insbesondere Kopenhagen.

 

BlachReport: Wie priorisieren Eventplaner die verschiedenen Kriterien für die Auswahl einer Destination?

Armin Truger: Die Qualität der Infrastruktur, Budgetkompatibilität, Aktivitäten, Einzigartigkeit, Sicherheit und Klima sind aus Sicht der Teilnehmer nur bis zu maximal 38 Prozent ‚immer’ oder ‚oft’ besonders relevant. Hingegen halten es die Teilnehmer zu durchschnittlich überragenden 83 Prozent ‚immer’ oder ‚oft’ für besonders wichtig, dass die Destination einfach zu erreichen ist! Direktflüge sind zu 58 Prozent ‚immer’ und zu 38 Prozent ‚oft’ entscheidend. Als wichtig gilt aber auch, dass die Flugdauer unter 2,5 Stunden bleibt, die Flugzeiten zum Programm passen, und dass es vom Flughafen nicht zu weit ist zum Hotel oder der Event-Location.

 

BlachReport: Was bedeutet dies für eine Destination mit ihren Hotels, DMCs und Venues?

Armin Truger: Wenn die Airlines nicht mitspielen und eine gute Frequenz an Linienflügen anbieten, können sich die lokalen Anbieter noch so sehr anstrengen; die Nachfrage wird hinter dem Potential zurückbleiben. Hier kann dann ein Flugzeugcharter helfen. Der ist innerhalb Europas kaum teurer als eine Gruppe auf Linienflug und bietet mehr Flexibilität und einige weitere Vorteile. An diese Möglichkeit denken manche Eventplaner aber nicht gleich, und dann geschieht es leicht, dass eine in Hinblick auf Infrastruktur und Budget überzeugende Destination abgelehnt oder gar nicht erst in Erwägung gezogen wird. Das ist natürlich schade, primär im Sinne der Veranstaltung. Meine Empfehlung an Eventplaner lautet daher, bei der Planung ganz früh einen Spezialisten einzubeziehen, der sich mit Linienflügen und Flugzeugchartern auskennt. Dann können sowohl neue Destination als auch Einsparungen bei Gesamtkosten möglich werden, die sonst niemand erwartet hätte.

 

BlachReport: Wie kommen die Eventgäste zu den Trenddestinationen? Was kann ein Anbieter wie Pro Sky machen, wenn es keine entsprechende Anreiselogistik für Gruppen gibt?

Armin Truger: Wenn wir Beispiele aktueller Trenddestinationen betrachten, sind viele Orte in Skandinavien und speziell Kopenhagen gut mit Linienflügen erreichbar. Kroatien hingegen fliegen Firmen bevorzugt unter Nutzung von Flugzeugchartern an. Unseren Kunden gefällt, dass Pro Sky ihnen für jede Destination die passende Lösung organisiert, weil wir Expertise im Ticketing für Gruppen auf Linienflügen mit Knowhow in Flugzeugchartern verbinden. Und in der Praxis entstehen richtig gute Lösungen regelmäßig durch eine Kombination von Linienflügen und Charter.

 

BlachReport: Wie sieht es denn eigentlich beim Renommee der Airlines aus? Ist es Eventveranstaltern wichtig, mit welchen Airlines ihre Gäste fliegen?

Armin Truger: Das hängt ganz vom Veranstaltungstyp ab. Wenn Gewinner eines internen Wettbewerbs oder geladene Kunden reisen, haben das Renommee der Airline und die Kompatibilität mit dem Image des Unternehmens oft einen hohen Stellenwert. Die Einbindung eines Low Costers mit dem Risiko, dass Gäste am Airport und an Bord zu Zuzahlungen aufgefordert werden, kann von Gästen als mangelnde Wertschätzung verstanden werden. Wir besprechen die verschiedenen Anbieter und ihre Produkte daher oft im Detail mit Kunden, bevor die finale Entscheidung fällt.

Auch bei Flugzeugchartern vertrauen Eventplaner gerne auf vertraute Namen. Dies wahrscheinlich vor dem Hintergrund, dass ein Entscheider mit der Auswahl einer namhaften Airline kein Risiko eingeht, also ‚nichts falsch machen kann’. Häufig erfüllen aber gerade spezialisierte Airlines, die in der breiten  Öffentlichkeit eher unbekannt sind, wichtige Kriterien wie zum Beispiel die Verfügbarkeit zu Wunschzeiten. Um auch solche Airlines einschätzen zu können, fordern Eventplaner vom Anbieter der Fluglogistikleistungen Transparenz und Beratungsqualität. Wir haben zu diesem Zweck mit dem Pro Sky Quality Score eine Kennzahl entwickelt, mit der die Eignung von Airlines zur Erbringung von Charterflügen gemessen und vergleichbar gemacht wird.

 

BlachReport: Pro Sky hat intermodale Angebote wie Rail to MICE vorgestellt. Was sagen die Eventveranstalter beziehungsweise ihre Gäste dazu?

Armin Truger: Eine Agenturkundin äußerte sich kürzlich dahingehend, dass Veranstaltungen immer aufwendiger werden, und sie ständig versucht, die Komplexität soweit wie möglich zu reduzieren. Und dass Pro Sky mit Rail to MICE genau an diesem Hebel ansetzt. Zum Beispiel, weil wir die Konfektionierung erleichtern. Denn ohne aufgedruckten Namen können die Fahrkarten ganz einfach den Reiseunterlagen beigelegt werden. Ohne Zugbindung sind selbst kurzfristige Änderungen am Veranstaltungsprogramm möglich. Und Gäste freuen sich, wenn Verlängerungsnächte sogar kurzfristig noch möglich sind.

 

BlachReport: Wird es weitere Angebote dieser Art geben? Was ist in diesem Bereich noch möglich?

Armin Truger: Ich denke, dass in Zukunft Anreiselogistik aus einer Hand und mit intermodalen Lösungen konzeptionell noch weiter gedacht werden kann. Mit Pro Sky wollen wir die Entwicklung vorantreiben und weiterhin kontinuierlich neue Standards setzen.

 

BlachReport: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

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