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Raumwelten Kongress und Famab Awards in Ludwigsburg bieten viele Schnittstellen

21.10.2015

 

Vom 12. bis 14. November bietet in Ludwigsburg der diesjährige Raumwelten Kongress eine ambitionierte Plattform für Szenografie, Architektur und Medien – erstmals in Verbindung mit der Verleihung der Famab Award. Wir haben darüber mit Prof. Ulrich Wegenast, künstlerischer Geschäftsführer, und Dittmar Lumpp, Geschäftsführer Organisation & Finanzen, von der Film- und Medienfestival gGmbH – dem Veranstalter der Raumwelten – sowie Rudolf Pettenpohl als Vertreter der Famab Projektgruppe „Awards“ gesprochen.

 

BlachReport: Sie hatten im vergangenen Jahr rund 2.500 Besucher. Wie viele Besucher erwarten Sie für die diesjährigen Raumwelten?

Dittmar Lumpp: Wir haben uns einiges einfallen lassen und präsentieren auch zwei Neuerungen, die deutlich machen, dass das Thema in der Region eine große Rolle spielt. Das ist zum einen der Famab Award in der MHP Arena, wo 1.500 Besucher erwartet werden, und zum anderen der neuentwickelte Pavillon, der zum Kommunikationszentrum der Veranstaltung werden soll. Wir erwarten also grundsätzlich eine positive Gesamtentwicklung und hoffen, die 2.500 Besucher aus dem Vorjahr noch übertreffen zu können – natürlich unterstützt durch eine gewisse Durchlässigkeit zwischen dem Famab Award und den Raumwelten.

 

BlachReport: Wer unterstützt das Projekt Raumwelten?

Dittmar Lumpp: Raumwelten wird veranstaltet von den Gesellschaftern der Medienfestival gGmbH. Dazu zählen die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, die Städte Ludwigsburg und Stuttgart und die Filmakademie Baden-Württemberg. Die Wirtschaftsregion Stuttgart ist Mitveranstalter. Mit der Filmakademie Baden-Württemberg, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der Hochschule für Technik Stuttgart sowie der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg konnten vier Schwergewichte der Ausbildung des kreativen und technischen Nachwuchses als Unterstützer gewonnen werden. Weiterhin wird das Projekt von vielen Partnern aus der Wirtschaft unterstützt. Dazu zählt beispielsweise die Wüstenrot Stiftung, die das Projekt Raumwelten Pavillon begleitet hat. Ziel ist es, die Kompetenzen der Region bei den Raumwelten zu präsentieren. Es handelt sich dabei um ein wirtschaftlich interessantes Thema und eine Präsentationsplattform für Kreative beziehungsweise den kreativen Mittelstand der Region mit Fokus auf Kommunikation im Raum.

 

BlachReport: Wie wird der Kongress finanziert?

Dittmar Lumpp: Einerseits durch die Gesellschafter, andererseits durch die nicht unerhebliche Teilnehmergebühr, die einen Anteil von rund 20 Prozent für die Finanzierung leistet. Einen weiteren wichtigen Beitrag leisten die Partner und Sponsoren.

 

BlachReport: Inhaltlich haben Sie sich den Themen ‚Szenografie, Architektur und Medien’ verschrieben. Wie passt das zusammen?

Prof. Ulrich Wegenast: Es gibt starke Zusammenhänge unter dem Dach ‚Kommunikation im Raum’. Kommunikation funktioniert mit allen Sinnen. Botschaften müssen erlebbar gemacht werden. Mit den Raumwelten wollen wir unterschiedliche Gewerke in einem gestalteten, inszenierten Raum zusammenführen, um mit immer neuen Kombinationen mögliche Entwicklungen der Zukunft zu präsentieren beziehungsweise zu initiieren. Der Content spielt in allen Bereichen eine wichtige Rolle.

 

BlachReport: Welche Schwerpunkte setzen Raumwelten Business und Raumwelten Art&Research?

Prof. Ulrich Wegenast: Die Raumwelten Business Konferenz soll darauf reflektieren, dass es im Kommunikationsbereich in den letzten Jahren starke Veränderungen durch die neuen Technologien gab. Beispielsweise ist aktuell eine Neigung zu virtuellen Welten und Kommunikationsformen bei Unternehmen, Zeitungen, Sozialen Medien, Agenturen und anderen Auftraggebern und Nutzern zu spüren und zu beobachten. Das greifen wir auf und wollen Orientierung schaffen. Digitalisierung müssen wir in diesem Zusammenhang als Chance begreifen und nicht als Gefahr. Immer wichtiger wird auch die Funktion von Räumen, auch im Hinblick auf die sozialen Funktionen. Bei der diesjährigen Raumwelten Konferenz soll daher nachgespürt werden, was reale Welten leisten können, wie diese virtuell ergänzt und gestärkt werden können und wie Reales mit Virtuellem verzahnt werden kann. Der Kongresstag Raumwelten Art&Research behandelt in drei Panels drei Themenwelten zur angewandten Kommunikation im Raum. Experten und Gestalter werden über aktuelle Entwicklungen im Retail Design sprechen, die sich künstlerischer, szenografischer und museografischer Instrumente bedient, um ganzheitliche Erlebnisse zu schaffen.

 

BlachReport: Welche Funktion hat der Raumwelten Pavillon?

Dittmar Lumpp: Der Raumwelten Pavillon auf dem Akademiehof in Ludwigsburg stellt ein wesentliches neues Angebot für uns und die Bevölkerung im Raum Stuttgart dar. Er soll zentraler Treffpunkt genutzt werden. Die Schaffung einer Begegnungsstätte war der Wunsch vielen Teilnehmer im letzten Jahr. Konzipiert ist der Pavillon als temporärer pneumatischer Bau. Er entstand in Kooperation zwischen Architekturstudenten der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Hochschule für Technik unter Leitung der Professoren Tobias Wallisser und Thomas Hundt und mit Sebastian Schott. Für den Pavillon gibt es ein nachhaltiges Nutzungskonzept für mehrere Jahre. In dieser Zeit soll er jährlich zwei- bis dreimal eingesetzt werden. Im Pavillon werden auch Teile der Workshops stattfinden. Er bietet Platz für ein eher sperriges Thema, dass ohne Ballast mit verschiedenen Mechanismen vermittelt werden soll: Licht, Ton und Medien.

 

BlachReport: Was passiert sonst noch beim Raumwelten Kongress?

Prof. Ulrich Wegenast: Ziemlich viel. Bei Raumwelten Public präsentieren wir der Öffentlichkeit ein außergewöhnliches Programm und zeigen beispielsweise in Kooperation mit der Akademie für Darstellende Kunst das Virtual-Reality-Projekt ‚Vernetzt’, das mit der Filmakademie Baden-Württemberg und den Nibelungen-Festspielen Worms produziert wurde. Unter anderem wird es dabei ein 360°-Video geben, dass Eindrücke mit Hilfe der Virtual Reality-Brille Oculus Rift ermöglicht. Ein weiterer Beitrag ist die öffentliche Tanztheaterproduktion ‚tracing O. S. – eine performative Spurensuche nach Oskar Schlemmer’ von Eva Baumann. Und der bekannte britische Musikstar und Soundkünstler Martyn Ware entwickelte eigens für Raumwelten die Klanginstallation „Soundlife Ludwigsburg – So klingt die Stadt“, die alle Besucher einlädt, gewohnte Wege zu verlassen und die Stadt ganz neu für sich zu entdecken. Mit Raumwelten Talent wollen wir einerseits herausragende Studentenprojekte vorstellen und andererseits die Wahrnehmung der Expo Milano mit einem ‚Expo Slam’ beleuchten. Die Special Lectures mit Prof. Dr. Hubertus Gaßner, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, sind ein weiterer vielversprechender Programmpunkt.

 

BlachReport: Welche Erwartungen haben Sie an die Kooperation mit dem Famab und die Einbeziehung der Famab Awards?

Rudolf Pettenpohl: Ich war schon im vergangenen Jahr Besucher der Raumwelten und durchaus überrascht, dass ich hier so viele Besucher aus ‚unserer Welt’ treffen konnte. Der Austausch untereinander findet bereits statt. Da der Famab als Verband außerdem immer drei Schritte vor den Mitgliedern sein muss, um Hilfestellung bei der Suche nach dem richtigen Weg in die Zukunft mit entsprechenden Impulsen zu geben, bin ich sicher, dass wir mit dieser Kooperation einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Schließlich werden die Anforderungen der Kunden auch immer ‚szenischer’.

 

BlachReport: Wie passen Raumwelten und Famab Awards zusammen?

Rudolf Pettenpohl: Es gibt viele Schnittstellen. 2014 haben Milla & Partner, Schmidhuber und facts + fiction ihr Expoprojekt für Milano vorgestellt. Jetzt wird im Rahmen der Konferenz die Realisierung überprüft. Generell lässt sich feststellen, dass kreative Ideen eine professionelle Umsetzung benötigen. Und dabei geht es auch um handwerkliche Qualitäten und Umsetzungs-Know-how. Das sind Eigenschaften, die von den Famab Mitgliedern gelebt werden und die überreich vorhanden sind. Ich sehe das als eine weitere wichtige Schnittstelle.

Prof. Ulrich Wegenast: Genau. Raumwelten schafft ja auch Verbindungen zum Business und kann die Player im Markt sinnvoll vernetzen, Kooperationen initiieren und Kreative und Umsetzungspartner zusammenbringen. Kreation und Umsetzung müssen den Weg in die Zukunft gemeinsam gehen.

 

BlachReport: Welche Laufzeit hat ihre Kooperation?

Rudolf Pettenpohl: Zunächst drei Jahre.

 

BlachReport: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

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